Palliativzentrum Hildegard: Zufriedene Mitarbeitenden, hohe Auslastung, finanzielle Stabilität
Mit Freude und auch etwas Stolz blickt das PZHI auf das vergangene Jahr zurück, in dem wir viele unserer Zielsetzungen erreicht haben. Das Augenmerk lag dabei vor allem auf unseren Mitarbeitenden und auf der wirtschaftlichen Stabilisierung unserer Klinik für spezialisierte Palliative Care. Das Team (66 Vollzeitstellen, 99 Mitarbeitende) leistete auch im Jahr 2023 überdurchschnittlich gute Arbeit. Daneben beteiligten sich viele Kollegen und Kolleginnen an zusätzlichen Aufgaben wie der Ausgestaltung des Zukunftstages, der Organisation des Basler Frauenlaufs, der Palliativwoche und der Produktion zweier Diagnose-Sendungen auf Telebasel. Bei unveränderter Anzahl an Mitarbeitenden verzeichneten wir trotz grosser Belastung einen Rückgang der Absenzenquote um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2023: 7%). Auch hinsichtlich der Fluktuationsrate dürfen wir einen erfreulichen Rückgang um fünf Prozent gegenüber Vorjahr feststellen (2023: 13 %). Die sehr guten Ergebnisse der im Jahr 2023 durchgeführten Mitarbeitenden-Befragung lassen den Schluss zu, dass die oben genannten Zahlen auch auf eine hohe Zufriedenheit der Mitarbeitenden zurückzuführen sind. So erhielten bei einer Umfragebeteiligung von 63.2 Prozent im Vergleich zur Umfrage des Jahres 2021 (46.4 Prozent) alle abgefragten Kriterien höhere Zufriedenheitswerte.
Weil wir grossen Wert darauf legen, dass unsere Pflegefachpersonen regelmässig durch interne Weiter- und Fortbildung gefördert werden, haben wir 2023 unser internes Angebot erweitert. Ergänzend zu vor Ort- Fortbildungen wurden Online-Schulungen mittels Aufgabenstellung zu den Behandlungsleitlinien ins Leben gerufen. Ursprünglich für Pflegefachpersonen gedacht, nutzten nun auch andere Berufsgruppen, wie etwa unsere Pflegehilfen, diese Lernmethode, die auch 2024 Fortbestand haben wird.
414 Patientinnen und Patienten nutzten 2023 unser Behandlungsangebot, dabei betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei uns rund 14 Tage. Knapp 80 Prozent der Patienten waren allgemein versichert. Seit geraumer Zeit nimmt unser Ärzte- und Ärztinnen-Team die zunehmende Komplexität von Fällen der frühen Palliative Care war. Als Reaktion darauf bauen wir seit 2023 das Ärzteteam entsprechend aus. Das Mobile Palliativ Care-Team (MPCT) betreute im vergangenen Jahr 262 Personen, 100 Personen mehr als im Vorjahr, im eigenen Daheim oder in den entsprechenden Alterseinrichtungen. Auch dieses ambulante Angebot wird 2024 weiter ausgebaut. Dafür muss besonders das Team der medizinischen Begleitung aufgestockt werden. Dass sich die Nachfrage so positiv entwickelt ist nicht zuletzt der engeren Zusammenarbeit zwischen dem MPCT und den Hausärzten und -ärztinnen geschuldet.
Auch die psychosozialen Disziplinen wie die Seelsorge, der Sozialdienst, die Psychologinnen und unsere Musik-, Aroma- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten nahmen 2023 eine zunehmenden Komplexität der Lebenssituationen wahr, welche Patienten und Patientinnen, neben ihren Erkrankungen, mitbrachten: mehr belastete, gar dysfunktionale Familiensysteme, mehr psychiatrische Komorbiditäten, also Begleiterkrankungen wie schwere Abhängigkeiten und Schizophrenie, sehr schwere Lebensgeschichten sowie für unser kleines Haus auffällig viele schwer kranke Patienten und Patientinnen aus der Ukraine im Alter von vierzig Jahren aufwärts, teils in Familiensystemen mit noch kleinen Kindern.
Je komplexer die Fälle, umso wichtiger sind die Familienkonferenzen (Angehörige, Patient, Ärzte, Pflege, Sozialdienst, je nach Bedarf weitere psychosoziale Dienste), die im PZHI zum Standard gehören, um gemeinsam die akute Situation zu analysieren und vorausschauend Massnahmen anzudenken. Gerade unsere Psychologinnen setzten sich 2023 zum Ziel, mit jedem einzelnen Patienten, jeder einzelnen Patientin mindestens ein Gespräch zu führen. Dieses Ziel wurde erfüllt, vielfach fanden deutlich mehr Konsultationen statt.
Einen besonderen Erfolg gab es 2023 im Bereich der Forschung und Lehre zu verzeichnen. Bisher war die Palliative Care als einzige Fachdisziplin nicht mit einer Forschungsgruppe am Departement für Klinische Forschung des USB berücksichtigt. Nach vielen Jahren Vorlauf ist es 2023 gelungen, eine entsprechende Forschungsgruppe zu installieren, und dadurch auch mit dem wichtigen Fach Palliative Care in die Strukturen und das Netzwerk der hiesigen klinischen Forschungslandschaft eingebunden zu werden. Die Leitung der Gruppe wurde unserem Chefarzt Prof. Dr. med. Jan Gärtner übertragen. 2024 gilt es nun erstmals ein Forschungsbudget und entsprechende Stellen zu schaffen.
Last but not least hat sich die finanzielle Lage des Palliativzentrums Hildegard erfreulich entwickelt. Bereits in den letzten Jahren wurden strategische und operative Finanz- und Strukturmassnahmen umgesetzt, die 2022 zu einem positiven Jahresergebnis führten. Dieses konnte im Jahr 2023 bestätigt werden. Der definitive Gewinn vor Steuern lag 2023 bei 957'100 Franken, was einer EBITDA-Marge von 8.4 Prozent entspricht. Ein Erfolg, den Verwaltungsratspräsident und CEO Rolf Huck als «konsolidierten Turnaround» bezeichnet, mit dem wir «mehr als zufrieden sein können».