Gestärkte Patient:innen dank «opera & more»
Elf intensive Workshops, drei noch intensivere Proben – es war kein Spaziergang. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Das Inklusionsprojekt «Ciao a tutti», getragen vom REHAB Basel und dem Kammerorchester Basel, war ein voller Erfolg.
Von ergreifenden Opernarien über italienische Schlagerhits bis zu Schweizer Liedgut, das aussergewöhnliche Inklusionsprojekt «Ciao a tutti» bot dem Publikum ein breites musikalisches Spektrum. Das REHAB Basel und das Kammerorchester Basel (KOB) ermöglichten zehn Patientinnen und Patienten mit einer Gehirn- oder Rückenmarksverletzung erneut, sich musizierend und schauspielerisch in Szene zu setzen. Bereits im Jahr 2022 gab es ein solches Projekt.
Margrit Gallati wird von Musiktherapeutin Marianne Amsler begleitet.
Auf nach Bella Italia
Als sich Mitte März dieses Jahres die Patientinnen und Patienten mit den therapeutischen und künstlerischen Leitungspersonen zum ersten Workshop trafen, gab es noch keinen Plan, wohin die Reise gehen soll. Italien stand als Richtung bald fest, und in den folgenden Wochen wurde klar, dass die Rahmenhandlung von der Oper «L’elisir d’amore» von Gaetano Donizetti bestimmt sein würde. Unter dem Titel «Ciao a tutti» wurde die Vorlage mit genrefremden Elementen ausgeschmückt – quasi «opera & more». Für die Hauptrollen gesellten sich gesanglich ausgebildete Nachwuchstalente dazu. Am 7. und 8. Mai war es soweit: ausverkaufte Aufführungen im Foyer der Klinik. Zweimal spendete das Publikum nach dem Grande Finale frenetischen Applaus. Die Mitglieder des Ensembles, die Musikerinnen und Musiker des KOB und die Verantwortlichen im Hintergrund strahlten um die Wette.
Das Kammerorchester Basel unter der Leitung von Stefano Mariani.
Selbstwert-Booster
Je zwei Musiktherapeutinnen und Logopädinnen des REHAB Basel haben im Stück mitgespielt und während des Entstehungsprozesses dazu beigetragen, dass sich die Patientinnen und Patienten den eigenen Stärken entsprechend einbringen konnten. Was haben die Patientinnen und Patienten davon, bei einem solchen Projekt mitzumachen? Es gibt keine Antwort, die für alle gilt, aber in einem Punkt herrscht wohl Einigkeit: Die Erfahrung, in der Gruppe ein 80 Minuten langes Musiktheaterstück zu entwickeln, selber wertvolle Beiträge zu leisten, mit Profis zusammenzuarbeiten und schliesslich den grossen Applaus zu ernten, das ist eine nachhaltige Stärkung. Ein Booster für das Selbstwertgefühl und die eigene Befindlichkeit.
Stephan Freude in Aktion mit dem jungen Tenor Cooper Kendall.